Behandlungsverfahren

Behandlungsverfahren

Es gibt in Deutschland derzeit vier wissenschaftlich anerkannte und sozialrechtlich zugelassene Behandlungsverfahren. Das sind analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie und systemische Psychotherapie. Sie unterscheiden sich im Verständnis psychischer Erkrankungen und in der Behandlungstechnik. In unserer Praxisgemeinschaft bieten wir neben ersten orientierenden Sprechstunden analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie als Akuttherapie, Kurzzeit- oder Langzeittherapie an. 

  • Analytische Psychotherapie

Die analytische Psychotherapie geht davon aus, dass Krankheitssymptome durch konflikthafte unbewusste Verarbeitung von frühen oder später im Leben erworbenen Lebens- und Beziehungserfahrungen verursacht und aufrechterhalten werden. Symptome sind Ausdruck von seelischer Not und zugleich missglückte Versuche der Selbstheilung. In seelischen und psychosomatischen Störungen erkennen wir Bewältigungsstrategien, die sich destruktiv auswirken – nach innen wie nach außen. Symptome sind nicht „einfach weg zu therapieren“, aber sie können überflüssig werden, wenn sie in der Therapie in ihrer Funktion als Protest und als Hilferuf verstanden und die zugrundeliegenden Konflikte bearbeitet werden. So spielt das Erkennen und Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen, Erinnerungen und Beziehungsmustern, die gegenwärtige Krankheitssymptome verursachen, eine zentrale Rolle in der Behandlung. 

 

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist zwar ein eigenständiges Therapieverfahren, beruht aber im Wesentlichen auf den theoretischen Grundlagen der analytischen Psychotherapie. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie sieht Krankheitssymptome als Folge von aktuellen Konflikten in Beziehungen oder von nicht bewältigten Beziehungserfahrungen und Konflikten aus früheren Lebensphasen. Im Unterschied zur analytischen Psychotherapie konzentriert sich die therapeutische Arbeit in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie eher auf das aktuelle (psychosoziale) Geschehen, ohne dabei allzu sehr in die Tiefe zu gehen. PatientInnen werden dabei unterstützt, durch Einsichten in die Zusammenhänge und Ursachen der aktuellen Symptome Veränderungen im Erleben oder Verhalten zu erreichen. Das Selbsterleben, die Selbstregulierung von Affekten und Emotionen sowie die Selbstwirksamkeit der PatientInnen bei der Beziehungsgestaltung im sozialen Kontext soll gefördert und unterstützt werden, sodass eine Besserung der Symptomatik entsteht damit die jungen PatientInnen mit aktuellen Problembereichen und Konflikten konstruktiver umgehen und an die altersentsprechenden Entwicklungsphasen anknüpfen können.